Skandalöses Urteil gegen Teheraner Baha`i

Hami Bahadori wurde im Oktober letzten Jahres verhaftet und seine Besitztümer beschlagnahmt. Anklagepunkte sind "Propaganda gegen das Regime" ebenso wie "Gemeinschaft und geheime Absprachen gegen das Regime". Aus der Haft berichtete er von physischer und psychischer Folter. Immer wieder wurde er verhört und in den letzten Monaten zweimal vor den Richter geführt. Dabei wurde sein Anwalt nicht zugelassen.

Iran. Ende Juni wurde der 27-jährige Baha`i Hami Bahadori vom iranischen Regime aus politischen Gründen zu 6 Jahren Haft und Enteignung verurteilt.

Hami Bahadori wurde im Oktober letzten Jahres verhaftet und seine Besitztümer beschlagnahmt. Anklagepunkte sind "Propaganda gegen das Regime" ebenso wie "Gemeinschaft und geheime Absprachen gegen das Regime". Aus der Haft berichtete er von physischer und psychischer Folter. Immer wieder wurde er verhört und in den letzten Monaten zweimal vor den Richter geführt. Dabei wurde sein Anwalt nicht zugelassen.

Die Landtagsabgeordnete Pippa Schneider, die seit Februar eine politische Patenschaft für Hami Bahadori innehat, kommentiert das Urteil:

"Seit einem halben Jahr begleite ich Hamis Schicksal als politische Patin und habe mich immer wieder an die iranischen Behörden gewandt und sie aufgefordert, Hami ein faires Verfahren und eine dringend notwendige angemessene medizinische Versorgung zu gewährleisten. Das völlig überzogene Urteil erschüttert mich zutiefst und ist ein politischer Skandal! Es drängt sich der Verdacht auf, dass das harte Vorgehen gegen Hami vor allem darin begründet liegt, dass Hami Baha`i ist - eine Religionsgruppe, die seit langem im Iran massiv politisch verfolgt wird. Wir dürfen nicht aufhören weiter Aufmerksamkeit auf die Proteste im Iran und die Gewalt des iranischen Regimes gegen seine Bevölkerung zu erzeugen!"

Dr. Bardia Rostami, Menschenrechtsaktivist, ergänzt zur aktuellen Situation im Iran: "Mit der Urteilsbegründung, dass die Geburt in einer Baha'i Familie scheinbar im Iran ausreicht, um drakonisch verurteilt zu werden, erreichen die Repressalien gegen Baha'i im Iran eine noch höhere Brisanz als bis her bekannt"

 

 

Hintergrund

Seit Oktober 2022 sitzt der 27-jährige Hami Bahadori aus Teheran in Haft, nachdem sein Haus durch iranische Agenten der Staatssicherheit durchsucht und persönliche Besitztümer beschlagnahmt wurden. Es wird ihm vorgeworfen "Propaganda gegen das Regime" ebenso wie "Gemeinschaft und geheime Absprachen gegen das Regime" betrieben zu haben, auf Grund von drei Instagram Stories auf seinem Mobilgerät mit dem Motiv "Frau, Leben, Freiheit.

Seit Februar hat die Landtagsabgeordnete Pippa Schneider (Bündnis 90/Die Grünen) eine politische Patenschaft für den jungen Baha`i übernommen. Mit diesen Patenschaften versuchen immer mehr Parlamentarier*innen Aufmerksamkeit auf die Geschichten der Aktivist*innen zu schaffen und öffentlichen Druck aufzubauen, um auf eine Freilassung hinzuwirken.

Im April dieses Jahrs hat Bahadori aus dem Gefängnis eine Audionachricht veröffentlicht, in der er von psychischer und physischer Folter berichtet. Stundenlang musste Bahadori in der Kälte stehen und durfte keine Toilette benutzen. Immer wieder wurde er verhört - innerhalb von 80 Tagen ganze 17 Mal - und immer wieder mit dem Tod bedroht.

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